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ETF-Entnahmeplan: So viel Kapital brauchen Sie für 3000 Euro monatlich

Markus Neumann Neumann Honorarberatung

Von Markus Neumann, Honorarberater
Seit 20 Jahren befasse ich mich intensiv mit dem Thema Geldanlage. Einer meiner Beratungsschwerpunkte ist die Strukturierung und Optimierung von Anlageportfolios.

In dieser Analyse erkläre ich Ihnen, wie professionelle Ruhestandsplaner ETF-Entnahmepläne realistisch berechnen.

Einen ETF-Entnahmeplan realistisch zu berechnen ist gar nicht so einfach. Anleger brauchen im Alter erheblich mehr Vermögen als die typischen Entnahmeplan-Rechner im Internet nahelegen. Was für 3000 Euro monatlich wirklich nötig ist.

Die meisten Menschen investieren in Aktien und Aktienfonds, um im Alter einen Teil ihres Lebensunterhalts aus dem Vermögen zu bestreiten. Das lässt sich beispielsweise mit einem ETF-Entnahmeplan umsetzen. Dabei entnehmen Ruheständler nach einer festgelegten Strategie regelmäßig Geld aus ihrem ETF-Portfolio. Ein ETF-Entnahmeplan, auch ETF-Auszahlplan genannt, ist mit und ohne Kapitalverzehr möglich.

Doch wie viel Vermögen benötigt man, um sich in der Rentenphase monatlich einen bestimmten Betrag aus einem ETF-Portfolio auszahlen zu können? Und wie viel muss man sparen, um dieses Vermögen aufzubauen?

Das sind komplexe Fragen, die im Internet in aller Regel falsch beantwortet werden. Die Auszahlungen, die Ratgeber und Rechentools versprechen, werden die Nutzer mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit nicht erhalten.

Das grundlegende Problem: Wie sich die Kapitalmärkte entwickeln werden, ist ungewiss. Das gilt auch für Entnahmepläne, die auf Aktien-ETFs basieren. Die Höhe der Erträge schwankt und kann auch negativ sein. Auf den Zinsmärkten ist die Zukunft ebenfalls unsicher. Wie viel Zinsen werden Sie in drei Jahren für Festgeld oder eine Bundesanleihe mit zehn Jahren Laufzeit erhalten? Wir wissen es nicht.

Deshalb lässt sich auch die Frage, wie viel Vermögen Sie für einen ETF-Entnahmeplan benötigen, nicht mit einem einzigen, allgemeingültigen Betrag beantworten. Für eine monatliche Auszahlung von real 3000 Euro beispielsweise sind mehr als eine Million Euro notwendig, wenn der Auszahlplan mit hoher Wahrscheinlichkeit aufgehen soll. Die typischen Entnahmeplan-Rechner im Internet kommen allerdings zu einem anderen Ergebnis.

ETF-Entnahmeplan: Warum die Auszahlplan-Rechner im Internet in die Irre führen

Denn die meisten Ratgeber und Auszahlplan-Rechner im Internet unterstellen, dass die Höhe der Zinsen und Kapitalerträge am Aktienmarkt in den kommenden 20 bis 40 Jahren bekannt und konstant ist. Wegen dieser realitätsfremden Annahmen zeichnen die Rechenergebnisse ein unrealistisches Bild von der Zukunft, das meist viel zu optimistisch ist.

Wenn die Renditen an den Kapitalmärkten unbekannt sind und schwanken, kann kein konstanter monatlicher Geldbetrag das Ergebnis einer ETF-Entnahmeplan-Kalkulation sein. Zieht man die Unsicherheit mit ins Kalkül, lässt sich nur ein Intervall möglicher Ergebnisse und deren Eintrittswahrscheinlichkeiten bestimmen. Wie viel Sie sich am Ende tatsächlich monatlich aus einem ETF-Entnahmeplan auszahlen können, bleibt ungewiss.

ETF-Entnahmeplan an einem konkreten Beispiel

Untersuchen wir die Problematik nun an einem konkreten Beispiel. Nehmen wir an, Sie möchten sich im Ruhestand monatlich 3000 Euro auszahlen, ohne dass Ihr Vermögen weniger wird. „Ewige Rente“ nennen manche das. Ihr Geld haben Sie in einem ETF auf den Industrieländeraktienindex MSCI World angelegt. Wie viel Kapital benötigen Sie, damit Ihr ETF-Entnahmeplan aufgeht?

Sehen wir uns zunächst an, was ein typischer Auszahlplan-Rechner ausgibt, von denen Sie hunderte im Internet finden. Bei diesen Rechnern brauchen Sie nur die gewünschte Höhe der Kapitalentnahme anzugeben, ein Häkchen bei „Entnahme ohne Kapitalverzehr“ zu setzen und eine Angabe zum „jährlichen Kurszuwachs“ zu machen.

Medien- und Internetratgeber schlagen oft die langfristige Durchschnittsrendite des MSCI World vor. Die betrug seit 1970 in Euro gerechnet und abzüglich von ETF-Kosten in etwa 7 Prozent pro Jahr. Bei einer solchen Rendite benötigen Sie laut den Entnahmeplan-Rechnern im Internet rund 533.000 Euro, um sich eine ewige Rente von 3.000 Euro monatlich auszuzahlen.

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Auch die ETF-Sparplan-Rechner liefern unrealistische Ergebnisse

Bleibt die Frage, wie viel Sie sparen müssen, um mit einem Depotwert von 533.000 Euro in den Ruhestand zu starten. Auch darauf haben die Internet-Rechner natürlich eine Antwort. Angenommen Sie sind gerade 40 Jahre alt geworden und wollen mit 67 Jahren in Rente gehen, dann haben Sie noch etwa 28 Jahre Zeit für den Vermögensaufbau.

In dieser Zeit müssen Sie laut den Internet-Rechnern nur etwa 530 Euro monatlich in einen Sparplan auf einen MSCI-World-ETF einzahlen. Dann haben Sie mit Ende 67 einen Depotwert von gut einer halben Million Euro erreicht, wenn die angenommene jährliche Durchschnittsrendite wieder 7 Prozent beträgt.

Unter dem Strich müssen Sie angeblich nur knapp 180.000 Euro sparen, um bis in alle Ewigkeit jährlich 36.000 Euro zu kassieren, ohne dass Ihr Vermögen sinkt. Kann das stimmen? Leider nein! Solche Zahlen, die Ihnen auf vielen Websites präsentiert werden, sind so weit von der Realität entfernt wie die Erde vom Mars. 

Was für ETF-Entnahmepläne gilt, trifft ebenso auf ETF-Sparpläne zu. Wegen der Ungewissheit der Renditen am Aktienmarkt lässt sich kein eindeutiger Depotwert zum Ende der Sparphase bestimmen, sondern nur die Wahrscheinlichkeiten, mit denen bestimmte Ergebnisse eintreten werden.

Dass die Internet-Rechner realitätsferne Prognosen liefern, liegt vor allem an drei Fehlern:

Fehler Nummer 1: Die langfristig durchschnittliche Aktienmarktrendite in die Zukunft fortschreiben

Die durchschnittliche Rendite des Weltaktienmarktes pro Jahr in den vergangenen 56 Jahren (weiter reichen die Daten nicht zurück) sagt nichts über die Zukunft aus. 7 bis 8 Prozent geometrische Jahresrendite im Schnitt sind kein Naturgesetz. Dass der Markt in den nächsten 50 Jahren genau dieselbe Durchschnittsrendite abwerfen wird, ist extrem unwahrscheinlich.

Vielmehr wird die künftige Durchschnittsrendite höher oder niedriger ausfallen. Die Wahrscheinlichkeit für niedrigere Erträge beträgt in etwa 50 Prozent, die für höhere ebenfalls. Das Intervall, in dem sich die durchschnittlichen Renditen von Entnahmeplänen mit ETF auf den MSCI World langfristig bewegen dürften, reicht von 1,85 bis knapp 13 Prozent pro Jahr. Das zeigen Monte-Carlo-Simulationen auf Basis der historischen Daten.

Auch solche Simulationen haben die Wahrheit nicht für sich gepachtet. Denn sie reflektieren die Vergangenheit. Denkbare Entwicklungen, die in der Vergangenheit bisher nicht stattgefunden haben, können sie nicht abbilden. Das bedeutet: Es kann auch anders kommen als von Simulationen auf der Basis von historischen Daten prognostiziert.  

Fehler Nummer 2: Die durchschnittliche Aktienmarktrendite mit einer festen Verzinsung gleichsetzen

Selbst wenn die jährliche Durchschnittsrendite in der Zukunft so ausfallen würde wie in der Vergangenheit, würde der oben skizzierte ETF-Entnahmeplan mit hoher Wahrscheinlichkeit nicht aufgehen. Der Durchschnitt ist nur ein mathematischer Wert. In der Realität schwanken Aktienrenditen von Jahr zu Jahr. Sie sind keine Zinsen, deren Höhe zwischen zwei Parteien für einen bestimmten Zeitraum fest vereinbart wird.

Die Abfolge der Jahresrenditen hat einen hohen Einfluss auf den Erfolg von ETF-Entnahmeplänen. Fachleute sprechen von dem sogenannten Renditereihenfolgerisiko. Sind beispielsweise die Aktienrenditen zu Beginn der Rentenphase negativ, wenn der absolute Wert des Portfolios hoch ist, geht die Ruhestandsplanung möglicherweise nicht mehr auf. Mehr zum Renditereihenfolgerisiko

Das illustriert folgendes Beispiel: Wäre die Durchschnittsrendite maßgeblich für den Erfolg eines ETF-Entnahmeplans, hätte sich ein Anleger, der 1970 rund 530.000 Euro in einen MSCI-World-ETF eingezahlt hätte, bis heute jedes Jahr 36.000 auszahlen können und würde zudem noch über sein Startkapital verfügen. Denn schließlich haben wir mit der Durchschnittsrendite dieser Zeitreihe die Entnahmeplan-Rechner im Internet gefüttert.

Doch unser fiktiver Rentner ist bereits nach rund 13,5 Jahren pleite, wie der historische Backtest zeigt.

Ursache ist ein heftiger Kurssturz in Höhe von fast 53 Prozent von Januar 1973 bis Dezember 1974, nur drei Jahre nach dem Beginn der Auszahlungsphase. Dadurch sinkt der Depotwert auf knapp 200.000 Euro. In der Folge steigt die relative Höhe der jährlichen Auszahlung auf mehr als 18 Prozent, was eine nachhaltige Erholung des Portfolios so gut wie unmöglich macht. Ein realistisch berechneter ETF-Entnahmeplan berücksichtigt das Renditereihenfolgerisiko. Es lässt sich beispielsweise mit Monte-Carlo-Simulationen abbilden. Wie Monte-Carlo-Simulationen funktionieren, lesen Sie hier.

Fehler Nummer 3: ETF-Entnahmeplan ohne Inflation berechnen

Obwohl stetig steigende Preise für beispielsweise Lebensmittel, Energie und Mieten für jedermann sichtbar sind, berücksichtigen viele Menschen bei ihrer Ruhestandsplanung die Entwicklung der Konsumentenpreise nicht. Auch ich habe die Teuerungsrate bei unserer Rechnung oben absichtlich ausgeklammert, um Ihnen ein typisches Beispiel für die irreführende Berechnung eines ETF-Entnahmeplanes zu liefern.

Frage ich meine Kunden, welchen Betrag sie sich in der Rentenphase monatlich aus ihrem Portfolio auszahlen möchten, dann bezieht sich die Antwort so gut wie immer auf die Gegenwart. Wer 3000 Euro antwortet, denkt dabei an die Waren und Dienstleistungen, die er oder sie sich heute für diese Summe kaufen kann.

Doch in 28 Jahren, wenn der Ruhestand in unserer Beispielrechnung von oben beginnt, sind 3000 Euro nur noch 1723 Euro wert, falls die jährliche Inflationsrate 2 Prozent pro Jahr beträgt. Diese Rate strebt die Europäische Zentralbank an, die über die Geldwertstabilität im Euroraum wacht.

Bei einer jährlichen Teuerung von 5 Prozent ist Ihre Kaufkraft nach 28 Jahren um mehr als zwei Drittel auf 765 Euro gesunken. Anders formuliert: Wer bei der Berechnung eines ETF-Entnahmeplanes die Inflation nicht berücksichtigt, hat in der Rentenphase von Jahr zu Jahr real weniger Geld zu Verfügung.

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ETF-Entnahmeplan: Monatliche Auszahlungen sollten mit der Inflation steigen

Um Ihre Kaufkraft zu erhalten, müssen Ihre monatlichen oder jährlichen Auszahlungen aus Ihrem Portfolio mit der Inflation wachsen. Wenn Sie heute planen, sich in 28 Jahren den jetzigen Wert von 36.000 Euro auszuzahlen, dann müssen Sie tatsächlich fast 63.000 Euro aufwenden, wenn es soweit ist und die jährliche Inflationsrate 2 Prozent betrug. Diese Summe muss dann jährlich weiter mit der Inflationsrate steigen, falls der Wert der jährlichen Auszahlung auch mit 85 Jahren noch real 36.000 Euro betragen soll.
Sie brauchen für Ihren ETF-Entnahmeplan also viel mehr Geld, als Ihnen häufig im Internet und von Medien vorgerechnet wird

Fehler Nummer 4: Die 4-Prozent-Regel anwenden

Eine Faustregel für die Berechnung eines ETF-Entnahmeplanes, die die Inflation mit ins Kalkül zieht, ist die sogenannte 4-Prozent-Regel. Wegen ihrer einfachen Anwendbarkeit wird sie gerne von Anlegern genutzt, die erkannt haben, dass ihnen die Entnahmeplan-Rechner im Internet keine realistischen Zahlen liefern.

Nach der 4-Prozent-Regel kann ein Rentner jährlich 4 Prozent seines Anfangskapitals aus dem Portfolio entnehmen und in den folgenden Jahren die Entnahmebeträge an die Inflation anpassen, ohne dass über einen Zeitraum von 30 Jahren vorzeitig das Kapital ausgeht.

Bezogen auf unser Rechenbeispiel mit einer jährlichen Auszahlung von 36.000 Euro in heutiger Kaufkraft bedeutet das: Unser Sparer braucht nicht 533.000 Euro, sondern knapp 1,567 Millionen Euro, falls die Auszahlungsphase in 28 Jahren beginnen soll und die Inflation 2 Prozent beträgt.

Wie bereits vorgerechnet: Um die Kaufkraft zu erhalten, muss sich unser Möchte-Gern-Rentner in 28 Jahren knapp 63.000 Euro statt 36.000 Euro auszahlen. Wenn dieser Betrag 4 Prozent des Startkapitals entsprechen soll, sind 1,567 Millionen Euro zu Beginn der Auszahlphase nötig.

Testen wir erneut den ETF-Entnahmeplan mit historischen Daten und überprüfen, wie weit unser Rentner mit einem Investment in einen MSCI-World-ETF gekommen wäre. Hätte die Entnahmephase wie oben im Januar 1970 begonnen, wäre das Kapital nach 18 Jahren aufgebraucht gewesen.

4-Prozent-Regel gilt nur für Mischportfolios mit Staatsanleihen

Was von Anhängern der 4-Prozent-Regel oft vergessen wird: Sie gilt nur für Portfolios mit einem Aktienanteil zwischen 50 und 75 Prozent. Nicht aber für reine Aktienportfolios. Ein Portfolio, das zu 75 Prozent aus einem MSCI-World-ETF und zu 25 Prozent bis 1998 aus deutschen und anschließend aus europäischen Euro-Staatsanleihen zusammengesetzt gewesen wäre, hätte immerhin 27 Jahre durchgehalten, eine 50-50-Mischung sogar 40 Jahre.

Diese Ergebnisse lassen sich allerdings nicht in die Zukunft fortschreiben. Denn die Staatsanleihen lieferten zwischen 1970 und 2009 im Schnitt höhere Renditen als Aktien, ebenso zwischen 1970 und 1996, und waren gleichzeitig sehr schwankungsarm. Diese außergewöhnlichen Ergebnisse sind auf die über Jahrzehnte gesunkenen Zinsen zurückzuführen, die wiederum die Kurse von Anleihen in die Höhe trieben. Eine derartige Entwicklung kann sich in den kommenden Jahren kaum wiederholen. Mehr Informationen, warum Sie sich heute nicht mehr auf die 4-Prozent-Regel verlassen sollten, finden Sie hier.

ETF-Entnahmeplan: Wie viel Kapital Sie für 3000 Euro monatlich wirklich brauchen

Stellen wir unseren ETF-Entnahmeplan nun auf eine solide Basis. Das Ausgangsszenario ist erneut unser Rechenbeispiel von oben. Wir hätten gerne in 28 Jahren monatliche Auszahlungen von 3000 Euro in heutiger Kaufkraft. Die Auszahlungen sollen ewig geleistet werden können, ohne dass das ursprüngliche Startkapital weniger wird. Das Geld wird in einen ETF auf den MSCI World investiert. Für die Inflation unterstellen wir 2 Prozent pro Jahr.

Um das dafür nötige Kapital realistisch zu schätzen, nutze ich Monte-Carlo-Simulationen. Ergebnis: Sie brauchen in 28 Jahren etwa zwei Millionen Euro, um die gewünschten Auszahlungen zumindest 75 Jahre lang leisten zu können. Die Wahrscheinlichkeit, dass das Kalkül aufgeht, beträgt 91 Prozent. Umgekehrt beträgt die Wahrscheinlichkeit 9 Prozent, dass das Geld vorzeitig aufgebraucht wird. Die Wahrscheinlichkeit, dass das eingesetzte Kapital nach 75 Jahren noch real vorhanden ist, beträgt weniger als 90 Prozent.

Für einen ETF-Entnahmeplan, der einer „ewigen Rente“ möglichst nahekommt, brauchen Sie in unserem Beispiel demnach in etwa das Vierfache des Startkapitals, das die typische Entnahmeplan-Rechner im Internet angeben.

ETF-Entnahmeplan mit 30 Jahren Laufzeit

Wenn Sie sich mit einer typischen Auszahlphase von 30 Jahren zufriedengeben und auch den Anspruch über Bord werfen, dass das Kapital nicht aufgezehrt werden darf, dann sinkt der nötige Kapitaleinsatz deutlich. Nämlich auf etwa 1,25 Millionen Euro. Die Wahrscheinlichkeit für eine vorzeitige Pleite beträgt wieder gut 9 Prozent.

Aber wie viel müssen Sie in Ihren MSCI-World-Sparplan einzahlen, um in 28 Jahren über 1,25 Millionen Euro zu verfügen? Wenn Sie mindestens diese Summe mit einer Wahrscheinlichkeit von 90 Prozent erreichen wollen, müssen Sie monatlich 2800 Euro sparen. Das ist mehr als das Fünffache von dem, was die Internet-Rechner angeben.

Die erfreuliche Nachricht ist: Wenn die Aktienmärkte gut laufen, können Sie Ihre Sparrate im Laufe der Jahre immer weiter reduzieren. Bei einer zeitgewichteten Rendite von etwa 7,4 Prozent müssten Sie nur 1100 Euro im Monat zurücklegen. Die Wahrscheinlichkeit, dass diese oder eine bessere Entwicklung eintritt, beträgt aber nur 50 Prozent. So wie bei einem Münzwurf.

Meine Empfehlungen

Markus Neumann Neumann Honorarberatung

„Immer dann, wenn Ihnen langfristig punktgenaue Auszahlungen aus Wertpapierportfolios versprochen werden, können Sie davon ausgehen, dass die Berechnungen weit an der Realität vorbeigehen und viel zu optimistisch sind. Wer wissen möchte, was finanziell im Alter realistisch ist, kommt an Monte-Carlo-Simulationen kaum vorbei.“


Und noch eine gute Nachricht: Wenn Sie bei einem ETF-Entnahmeplan nicht allein auf Aktien setzen, sondern auf eine ausgefeilte Diversifikation, brauchen Sie deutlich weniger Kapital beim Start in die Rente. In unserem Beispiel sind statt 1,25 Millionen Euro etwa 800.000 Euro realistisch, um sich mindestens 30 Jahre lang monatlich real 3000 Euro auszahlen zu können.

© Neumann Honorarberatung, 20.08.2026
Fotografie: Pixabay
Quellen:
Eigene Recherchen und Berechnungen

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