ANLAGESTRATEGIE

Börsencrash – so meistern Sie Kursstürze am Aktienmarkt

Markus Neumann Neumann Honorarberatung

Von Markus Neumann, Honorarberater
Seit 20 Jahren befasse ich mich intensiv mit dem Thema Geldanlage. Einer meiner Beratungsschwerpunkte ist die Strukturierung und Optimierung von Anlageportfolios.

In diesem Ratgeber erläutere ich Ihnen, wie Sie während Börsencrashs Fehler bei der Geldanlage vermeiden und souverän durch turbulente Marktphasen steuern.

 

Nichts fürchten Anleger mehr als einen Börsencrash. Aus Angst vor Verlusten, treffen sie oft falsche Entscheidungen, wenn die Aktienkurse fallen und verlieren so viel Geld. Doch wie lässt sich ein Anlageportfolio souverän durch Krisen manövrieren? Die wichtigsten Fragen und Antworten.

Wenn sich die schlechten Nachrichten überschlagen und die Börsenkurse nachgeben, geraten viele Anleger ins Grübeln: Kommt jetzt ein neuer Börsencrash? Soll ich verkaufen oder besser abwarten? Lohnt es sich, das Depot abzusichern? Gibt es sichere Strategien für unsichere Zeiten? Die Neumann Honorarberatung liefert Antworten auf die häufigsten Fragen.

Was ist ein Börsencrash?

Es gibt keine allgemeingültige Definition. Charakteristisch für einen Börsencrash sind hohe Verluste in kurzer Zeit, die größer sind als die durchschnittliche Schwankungsbreite der Vergangenheit erwarten lässt. Ein Extrembeispiel war der 19. Oktober 1987, der als Schwarzer Montag in die Börsengeschichte einging. Damals brach der amerikanische Aktienindex Dow Jones in wenigen Stunden um mehr als 22 Prozent ein.

Ein brutaler Kurssturz bereitete auch der Börseneuphorie in Japan Anfang der 1990er-Jahre ein jähes Ende. In lokaler Währung verlor der japanische Aktienmarkt in nur neun Monaten 46 Prozent seines Wertes. Es dauerte knapp 30 Jahre, bis sich die japanische Börse von diesem Zusammenbruch wieder erholt hatte.

Auch Zeiträume von mehr als zwei Jahren, in denen die Aktienkurse stark nachgeben, werden als Börsencrash bezeichnet. Die schlimmsten Einbrüche des Weltaktienmarktes gemessen am MSCI World Index seit Anfang 1970 zeigt die folgende Tabelle:

Die schlimmsten Börsencrashs am Weltaktienmarkt seit 1970

wdt_ID wdt_created_by wdt_created_at wdt_last_edited_by wdt_last_edited_at Verlust in % Auslöser Beginn Ende Dauer des Abschwungs in Monaten Verlust-Ausgleich nach …
1 markus 04/03/2026 10:44 AM markus 04/03/2026 10:44 AM -52 1. Ölkrise Jan-73 Dec-74 24 8 Jahren und einem Monat
2 markus 04/03/2026 10:44 AM markus 04/03/2026 10:44 AM -21 Jul-76 Feb-78 20 4 Jahren
3 markus 04/03/2026 10:44 AM markus 04/03/2026 10:44 AM -28 Börsencrash in den USA Sep-87 Nov-87 3 16 Monate
4 markus 04/03/2026 10:44 AM markus 04/03/2026 10:44 AM -36 Rezession in den USA, Irak-Krise Sep-89 Sep-90 13 3 Jahren und 11 Monaten
5 markus 04/03/2026 10:44 AM markus 04/03/2026 10:44 AM -57 Geplatzte Technologieblase Sep-00 Mar-03 31 13 Jahren und 6 Monaten
6 markus 04/03/2026 10:44 AM markus 04/03/2026 10:44 AM -53 Weltweite Finanzkrise Nov-07 Feb-09 16 5 Jahren und 3 Monaten
7 markus 04/03/2026 10:44 AM markus 04/03/2026 10:44 AM -21 Eurokrise Feb-11 Aug-11 6 6 Monaten
8 markus 04/03/2026 10:44 AM markus 04/03/2026 10:44 AM -22 Apr-15 Feb-16 10 10 Monaten
9 markus 04/03/2026 10:44 AM markus 04/03/2026 10:44 AM -19 Corona-Krise Feb-20 Mar-20 2 10 Monaten
Quellen: MSCI, Berechnungen: Neumann Honorarberatung. Stand: 04.03.2026

Lassen sich Börsencrashs zuverlässig vorhersagen?

Nein. Die Entwicklung von Aktienkursen lässt sich grundsätzlich nicht mit Sicherheit voraussagen. Wäre dem so, wären die Aktienbörsen ein sicherer Ort, wo Anleger ohne Risiko investieren könnten. Die Renditen wären dann aber auch nicht mehr höher als die Verzinsung eines Sparbuches.

Kluge Investoren ignorieren Prognosen zu Kursentwicklungen und möglichen Börsencrashs. Solche Vorhersagen sind nichts weiter als Meinungsäußerungen von Menschen, die ebenso wenig wissen wie alle anderen, wo die Börsen künftig stehen werden. Börsenprognosen sind Marketing. Denjenigen, die lauthals ihr Bild von der Zukunft herausschreien, geht es letztlich immer nur um den Verkauf ihrer Produkte.

Anleger, die ihre Portfolios auf der Basis von Prognosen zusammenstellen, erwirtschaften meist unterdurchschnittliche Renditen, weil die Börsenvorhersagen in der Regel falsch sind. Trifft das Erwartete tatsächlich einmal ein, handelt es sich um einen Zufall. Doch auf der Basis von Zufällen lassen sich dauerhaft keine soliden Renditen erzielen.

Da sich nicht zuverlässig vorhersagen lässt, wie sich die verschiedenen Anlageklassen, Länderbörsen, Branchen oder Aktien von einzelnen Unternehmen entwickeln werden, streuen informierte Anleger ihr Vermögen über eine Vielzahl von Assetklassen.

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Kann man von der Börsenbewertung auf einen künftigen Crash schließen?

Nein, auch das funktioniert nicht. Das Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV), das der Wirtschaftsnobelpreisträger Robert Shiller entwickelte, erreichte zwar nie dagewesene Höhen, bevor die Börsencrashs in den Jahren 1929 und 2000 begannen. Doch für die Investoren war damals nicht vorhersehbar, wo die Umkehrpunkte liegen würde. Zudem waren Aktien vor dem Börsencrash 1973 durchschnittlich bewertet und auch vor der Finanzkrise 2008 nicht extrem teuer.

Das Shiller-KGV ist als Indikator für Market-Timing nicht geeignet. Von der Marktbewertung, die es anzeigt, lässt sich aber tendenziell auf die langfristigen künftigen Renditen schließen. Waren Aktien nach dem Shiller-KGV teuer, fiel die jährliche Durchschnittsrendite in den folgenden zehn Jahren oft niedrig aus. Allerdings ist dieser Zusammenhang nur schwach und deswegen wenig verlässlich.

Sollten Anleger ihre Aktien im Börsencrash verkaufen oder zumindest den Aktienanteil reduzieren?

Anleger, die aus dem Bauch heraus über Verkäufe nachdenken, sobald die Kurse anfangen zu fallen, haben ein kaum lösbares Timing-Problem. Niemand weiß, wie weit die Notierungen absacken werden oder ob sich die Verluste gar zu einem Börsencrash ausweiten. Ein Crash lässt sich immer erst im Nachhinein diagnostizieren. Wer sich von seinen Emotionen leiten lässt und verkauft, kurz bevor der Markt wieder nach oben dreht, und später wieder zu höheren Preisen einsteigt, schmälert seine Rendite erheblich.

Angenommen die Kurse fallen nach einem Verkauf tatsächlich noch ganzes Stück weiter, dann stellt sich die Frage, wann der richtige Zeitpunkt zum Wiedereinstieg ist. Die meisten Anleger werden zu lange warten, sodass sie am Ende kaum etwas gewinnen. Stattdessen quält sie über Wochen und Monaten die Suche nach einem eindeutigen Indiz für eine stabile Markterholung.

Hinzu kommt: Wer eine Rein-Raus-Strategie verfolgt, muss bei jedem Ausstieg seine Gewinne versteuern. Das schmälert die Kapitalbasis und damit die langfristige Rendite.

Ist es vorteilhaft, das Aktienportfolio bei einem Börsencrash abzusichern?

In der Regel ist das nicht der Fall. Das Timing-Problem ist dasselbe wie oben beschrieben. Außerdem setzt der Umgang mit Wertpapieren, mit denen Investoren auf fallende Kurse setzen können, fundiertes Wissen und Erfahrung voraus. Das gilt beispielsweise für Put-Optionsscheine. Sie sind eine Art Versicherung gegen fallende Kurse, für die der Käufer eine Prämie bezahlt. Diese Prämie ist umso höher, je größer die Volatilität an den Aktienmärkten ist. Mit anderen Worten: Gerade dann, wenn Anleger im Börsencrash eine Versicherung am nötigsten brauchen, ist sie am teuersten.

Falls der Markt nicht wie erwartet weiter fällt und wieder nach oben dreht, verfallen die Puts bei Fälligkeit wertlos. Die gezahlte Prämie reduziert aber die Rendite des Portfolios.

Um das Timing-Problem zu lösen, könnten Anleger ihre Aktien natürlich dauerhaft mit Puts absichern. Die Gewinne aus diesen Positionen während Börsencrashs kompensieren weitgehend die Verluste der Aktien. Doch in normalen Börsenzeiten, wenn die Kurse tendenziell steigen oder sich seitwärts bewegen, machen die Puts Verluste.

Unter dem Strich schrumpft die Aktienrendite dadurch auf das niedrige Niveau von kurzlaufenden Anleihen, wie eine Untersuchung eines Analystenteams um den Finanzmarktforscher Campbell R. Harvey zeigt. Demnach ist eine dauerhafte Absicherung mit Puts zu teuer.

Funktionieren quantitative Timing-Strategien im Börsencrash?

Ja. Beispielsweise lassen sich die Verluste während großer Börsencrashs mit einer einfachen Trendfolgestrategie auf der Basis gleitender Durchschnitte erheblich reduzieren. Der Preis dafür sind niedrigere Renditen im Aufschwung im Vergleich zu einem Buy-and-hold-Portfolio.

Kommt es im Anlagezeitraum zu einem oder mehreren schweren Kursstürzen mit Verlusten von deutlich mehr als 25 Prozent, können Anleger mit einer Trendfolgestrategie ähnliche oder sogar höhere Renditen erzielen als mit einer Buy-and-hold-Strategie. Gleichzeit ist das Risiko erheblich niedriger. Bleibt der große Börsencrash aber aus, schneiden Trendfolgestrategien gemessen an der absoluten Rendite schlechter ab.

Im Gegensatz zum Market-Timing aus spontanen Impulsen heraus, folgen Trendfolgestrategien festgelegten Handelssignalen, die aus vergangenen Kursdaten gewonnen werden. Diese Konzepte können nur dann erfolgreich sein, wenn Anleger sie konsequent umsetzen. Wie Trendfolgestrategien funktionieren und was Investoren von ihnen im Einzelnen erwarten können, lesen Sie in meiner ausführlichen Analyse Trendfolgestrategie mit ETFs.
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Ist Gold eine gute Versicherung gegen einen Börsencrash?

In den neun Börsencrashs am Weltaktienmarkt zwischen 1970 und März 2026 machte Gold eine gute Figur. Während vier Kurstürzen stiegt der Goldpreis (in Euro) an. In den anderen Krisen büßte das Edelmetall erheblich weniger an Wert ein als der MSCI World Index.

Gold ist nur gering mit anderen Anlageklassen korreliert und eignet sich deshalb sehr gut zur Portfoliodiversifikation. Bei Börsencrashs kann es die Verluste dämpfen. Solange der Schadensfall aber nicht eintritt, müssen Anleger damit rechnen, dass eine Prämie für die Absicherung fällig wird. Denn Investoren müssen Gold durchgehend im Portfolio halten, damit diese Versicherung funktionieren kann. Wer erst über Käufe nachdenkt, wenn ein Börsencrash bereits im vollen Gange ist, ist zu spät dran.

Die langfristige historische Rendite seit 1970 war mit rund 7,8 Prozent (Stand: 3. März 2026) genau so hoch wie die des Weltaktienmarktes. Anleger mussten allerdings von 1980 bis 2000 eine 20jährige Durststrecke überstehen. In diesem Zeitraum sackte der nominale Goldpreis auf Eurobasis um 69 Prozent ab.

Somit ist Gold keineswegs ein Fels in der Brandung, wie viele meinen. Vielmehr ist das Edelmetall noch schwankungsanfälliger als Aktien und bringt keine laufenden Erträge wie Dividenden ein. Auch der Inflationsschutz, der Gold stets zugeschrieben wird, ist ein Mythos, zeigt meine Analyse.

Überstehen einzelne Aktiensegmente und Branchen einen Börsencrash besser?

Value-Aktien und Aktien mit hoher Dividendenrendite werden immer wieder nachgesagt, dass sie bei Kursstürzen an den Börsen besser abschneiden als der Gesamtmarkt. Doch das ist mehr Wunsch als Wirklichkeit. Während vieler Abschwünge machten solche Titel keine bessere Figur. Hinzu kommt: Die Rendite dieser Auswahlstrategien war in den vergangenen zehn Jahren sehr niedrig im Vergleich zum Weltaktienmarkt.

Auch einzelnen Branchen, die relativ unabhängig vom Konjunkturzyklus sind wie etwa Energieversorger oder Pharmaunternehmen, gelten als sichere Aktien in unruhigen Zeiten. Grundsätzlich gibt es immer einzelne Branchen, die sich im Börsencrash besser behaupten als andere. Nur welche das sind, wissen Anleger mit Sicherheit immer erst, wenn der Crash vorbei ist.

Nahrungsmittelaktien waren in der Vergangenheit vergleichsweise stabil

In der Vergangenheit waren Aktien von Nahrungsmittel- und Verbrauchsgüter-Herstellern mit Abstand am stabilsten, wie meine Untersuchungen zeigen. Zwischen 1999 und 2019 gab es vier Börsencrashs. Während der Weltaktienmarkt im Schnitt 38 Prozent pro Crash verlor, büßte der globale Nahrungsmittelsektor nur 16 Prozent ein. Das gleiche Muster zeigte sich auch im nachfolgenden Corona-Crash.

Ob Nahrungsmittelaktien auch künftig während Kursstürzen am Weltaktienmarkt Stabilität bieten werden, ist unsicher. Ein starkes Indiz dafür ist aber, dass sich die hohe Krisenresistenz der Vergangenheit in drei unabhängigen Währungsräumen und auf dem Weltaktienmarkt zeigte.

Verlässlicher als nur auf einen einzigen antizyklischen Sektor zu setzen, ist ein Portfolio aus mehreren defensiven Sektoren. Wie Sie ein solches Portfolio konstruieren können, lesen Sie in der Analyse „MSCI World: So senken Sie das Risiko“.

Ist es ratsam, auch bei einem Börsencrash an einer Buy-and-hold-Strategie festzuhalten?

Wer sich für Buy and Hold entschieden und das Portfolio entsprechend ausgerichtet hat, sollte auch an dieser Strategie festhalten, falls es zu einem Börsencrash kommt. Buy and Hold ist aber nur mit Portfolios aus ETFs oder Indexfonds zu empfehlen, die marktbreite Indizes mit einer guten Diversifikation abbilden.

Die Strategie lebt von der berechtigten Annahme, dass sich ganze Märkte, etwa der US-amerikanische Aktienmarkt oder der Weltaktienmarkt, immer wieder von Einbrüchen erholen werden. So war es zumindest in der Vergangenheit.

Was oft übersehen wird: Unternehmen, die sehr schlecht laufen, werden aus den Indizes entfernt, sobald sie nicht mehr die Mindestkriterien erfüllen. Erfolgreichere Firmen rücken dafür nach. Insofern hat auch Buy and Hold mit ETFs eine aktive Komponente.

Anleger sollten von einer Buy-and-hold-Strategie mit einem international aufgestellten Portfolio nur abweichen und Anteile verkaufen, wenn sie die Aktienmärkte für hoffnungslos überteuert halten. Auch sollte jährlich ein sogenanntes Rebalancing des Portfolios durchgeführt werden. Dabei werden die einzelnen Anlageklassen wieder auf ihre ursprünglich gewählten Gewichtungen zurückgesetzt. Auf diese Weise bleibt die Risikostruktur des Portfolios über die Zeit erhalten.

Kein Buy-and-Hold mit Einzelaktien

Mit einem Portfolio aus wenigen Einzelaktien würde eine Buy-and-hold-Strategie allerdings einem Himmelfahrtskommando gleichen. Denn die Kurse vieler Konzerne erholen sich nicht wieder nach einem Börsencrash.

Ein prominentes Beispiel ist die Deutsche Telekom. Anleger, die die Aktie Ende der 1990er-Jahre kauften, sitzen bis heute auf hohen Verlusten, falls sie an dem Papier festhielten. Es darf auch getrost bezweifelt werden, dass die Deutsche Bank und die Commerzbank jemals wieder die Kursniveaus erreichen werden, die sie noch 2007 hatten. Die Liste der Beispiele ist lang.

Was bringt eine gute Diversifikation im Börsencrash?

Eine ausgefeilte Diversifikation ist für Privatanleger das Fundament einer erfolgreichen Geldanlage. Aber die Verteilung des Risikos über die globalen Aktienmärkte hat ihre Grenzen. Denn bei einem Börsencrash fallen die Aktienkurse meist weltweit. Anleger können aber mit weiteren Anlageklassen den riskanten Anteil ihres Portfolios zusätzlich diversifizieren. Etwa mit High-Yield-Bonds, Gold und Rohstoffen. Das hat die Verluste während Börsencrashs in der Vergangenheit deutlich reduziert.

Wie man stabile Portfolios konstruiert, lesen Sie meinem Buch „Das ETF-Portfolio“.

Sollte man bei einem Börsencrash nachkaufen oder einsteigen?

Falls Sie sich diese Frage stellen, haben Sie nicht optimal investiert. Denn Sie können ja nur nachkaufen, wenn Sie Kapital zurückgehalten haben, dass Sie eigentlich hätten anlegen können. Das bedeutet, dass Sie – meist aus Ängstlichkeit – eine Market-Timing-Strategie verfolgen, die in aller Regel nicht aufgeht.

Aktienmärkte steigen langfristig. So war es zumindest in den vergangenen 150 Jahren. Börsencrashs sind dagegen eher selten. Die niedrigeren Einstiegskurse während eines Kurssturzes werden Sie mit hoher Wahrscheinlichkeit nicht in Höhe der Rendite kompensieren, die Sie zuvor verpasst haben.

Haben Sie dagegen das zur Verfügung stehende Kapital in ein diversifiziertes Portfolio investiert, dass Ihrem Risikoprofil entspricht, haben Sie alles richtig gemacht. Nach einem Börsencrash können Sie überlegen, Ihr Risiko zeitweise zur erhöhen. Denn Kursstürze bieten auch Chancen. In den folgenden Erholungen ließ sich in der Vergangenheit oft viel Geld verdienen.

Denn während sich der Beginn und die Dauer von Börsencrashs nicht voraussagen lässt, können Anleger zumindest bei sehr großen Kursstürzen anhand von Indikatoren bestimmen, wann es Zeit ist, von vergleichsweise sicheren Anlagen in riskantere umzuschichten.

Meine Empfehlungen

Die beste Absicherung gegen Börsencrashs bleibt ein individuell diversifiziertes Portfolio, das zum Risikoprofil des jeweiligen Anlegers passt. Zudem sollten Sie sich bereits in guten Zeiten mit der Frage auseinandersetzen, welche Folgen ein Börsencrash für Ihr Portfolio voraussichtlich haben wird.

Anleger, die diesen Ratschlag beherzigen, wissen, was über kurz oder lang auf sie zu kommt. Bei Kursstürzen können Sie gelassen bleiben im Gegensatz zu Investoren, die ein Crash unvorbereitet trifft. Die schichten dann meistens hektisch ihre Portfolios um und machen dabei Fehler, die auf lange Sicht viel Geld kosten.

Ein gut diversifiziertes Portfolio funktioniert in jeder Marktlage. Eine solche Strategie erfordert kein Market-Timing, weil Anleger durchgehend investiert bleiben. Das erhöht die Renditechancen. Denn der alte Grundsatz, „time in the market beats market timing“ gilt auch in der Zukunft.

© Neumann Honorarberatung, 03.03.2026
Fotografie: Kai Oberhäuser/Unsplash
Quellen:
Eigene Recherchen und Berechnungen
Campbell R. Harvey u. a.: The Best of Strategies for the Worst of Times, 2019.

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